Im folgenden Blogbeitrag werde ich fortlaufend über Bücher berichten, die sich mit dem Prozess des Älterwerdens beschäftigen. Dabei finden auch die Bücher eine Berücksichtigung, die meine Interviewpartnerinnen oder Interviewpartner geschrieben haben. So wird die Liste hoffentlich nach und nach gefüllt werden. Im besten Sinn ist sie dann für manche Leserin und manchen Leser eine Orientierung für die Gestaltung der eigenen dritten Lebensphase. Also legen wir los mit den Büchern über das Älterwerden:

Vergänglichkeit und Abschied

Dr. Ina Schmidt hat darüber ein Buch mit dem Titel „Über die Vergänglichkeit. Eine Philosophie des Abschieds“ geschrieben. Dies ist natürlich kein typisches Buch über das Älterwerden, doch es beschäftigt sich aus philosophischer Sicht mit einem zentralen Thema im Leben der Menschen, dass natürlich oftmals im Alter mit Macht in den Fokus rückt – die Vergänglichkeit. Ähnlich wie in ihrem Buch über die Liebe geht sie von einigen bekannten Philosophen und entwickelt daraus eine differenzierte Sicht auf das Thema. Zudem hat sie mit vielen Menschen über das Abschiednehmen gesprochen.

In ihrem Buch geht es ihr zentral um die Frage: Wie gestalten wir unser Leben, wenn wir wissen, dass es endlich ist? Wo setzen wir Schwerpunkte, wie bringen wir unsere Fähigkeiten ein? Und es geht um die kleinen und großen Abschiede im Leben und den Umgang damit. Sie plädiert mit ihrer üblichen Gelassenheit dafür, sich dosiert, übend und reflektierend dem Thema zu nähern, um es so mehr und mehr in das eigene Leben zu integrieren.

Wie Sie sich denken können habe ich auch mit ihr im Podcast über das Thema Vergänglichkeit und Abschied, auch in Anbetracht des Älterwerdens gesprochen. Mit diesem Link ist Reinhören leichtgemacht.

Tauern und Alter

Christine Kempkes

Wissenschaft und Alter

Die neue Psychologie des Alterns

Prof. Hans Werner Wahl ist ein international anerkannter Alternsforscher und gibt in seinem Buch einen umfassenden und verständlichen Überblick über die aktuellen Forschungsergebnisse in diesem Bereich. Also für alle die tiefer und umfassender in das Thema mit einem wissenschaftlichen Anspruch einsteigen wollen, genau das richtige Buch. Es gibt wie der Untertitel beschreibt: „Überraschende Erkenntnisse über unsere längste Lebensphase“. Dabei schreibt er kurzweilig und immer mit einer Brise Humor.

Anders als von Hirschhausen und Esch zeichnet er ein differenziertes Bild von „den Alten“. Er beschreibt sie als heterogene Gruppen, die sich in keinen Stereotypen fassen lassen. Der Prozess des eigenen Älterwerdens gestaltet sich deshalb auch vielschichtig und hängt sehr vom individuellen Erleben des Einzelnen ab. Dennoch ist auch sein Blick auf die dritte Lebensphase durchaus positiv und das wissenschaftlich belegt. Und er spricht auch von einem positiv stimmenden technischen Fortschritt, um sich das Leben im Alter erleichtern zu können. In meinem Podcast spreche ich im besonderen über zwei Kapitel aus seinem Buch: Zum einen über das 2. Kapitel „Altern beginnt im Kopf – Die Macht von Einstellungen und Erwartungen“ und zum anderen über Kapitel 5 „Sind wir unseres Alterns Schmied? – Macht und Ohnmacht gegenüber dem Älterwerden“. Lesen und Reinhören verspricht vielschichtige Erkenntnisse. Hier der Link zum Podcast!

Männer altern anders

Prof. Eckart Hammer legt das erste und wahrscheinlich einzige Buch über das Altern von Männern auf. Seit vielen Jahren arbeitet er in unterschiedlichen Kontexten mit Männern, auch in seinem Spezialgebiet der Gerontologie.

Anhand des Modells der Fünf Säulen der Identität von Petzold beschreibt er die Entwicklungsfelder des Prozesses vom Älterwerden bei Männern. Jedes Kapitel orientiert sich an einem realen Beispiel eines Mannes, den Prof. Hammer für sein Buch interviewt hat. Dadurch kann der Leser einen guten Bezug zu sich selbst herstellen. Zudem bietet das Buch nach jedem Kapitel vielfältige Reflektionsfragen, die zum Sinnieren einladen.

Ich kann versprechen, dass es spannende Erkenntnisse geben wird. Prof. Hammer wünscht sich eine proaktivere Auseinandersetzung mit dem Älterwerden bei Männern. Er regt dafür an, Workshopformate zu entwickeln, die den Prozess reflektieren begleiten können. Auch im gemeinsamen Podcast gibt Prof. Hammer wertvolle Anregungen. Einfach reinhören.

Pro-Aging – Die Alten machen uns jung

Matthias Horx

Die Bessere Hälfte

Dr. med. Eckart von Hirschhausen und Prof. Dr. Med. Tobias Esch haben sich in diesem Buch wirklich gefunden. Und sie passen zudem noch richtig gut zusammen passen. So ist das Buch auch als Dialog aufgebaut, wie ein Gespräch in Schriftform. Mir hat es Mut und Zuversicht gegeben, da sie aufgrund der Forschung von Prof. Esch und anderen erklären, wieso die meisten Menschen in der zweiten Lebenshälfte stetig zufriedener werden. Das sind doch gute Aussichten und sie schenken dazu noch Lust aufs Älterwerden. Also passt der Untertitel gut: Worauf wir uns mitten im Leben freuen können.

Wissenschaftliche Erkenntnisse werden kurzweilig eingeflochten und mit eigenen Erfahrungen garniert. Für alle Leser:innen, die noch ein wenig tiefer einsteigen wollen, gibt es einen Anhang mit entsprechenden Quellenangaben.

Zudem sind kleiner Übungen bzw. Reflexionsfragen eingeflochten, die den eigenen Bewusstwerdungsprozess anregen und intensivieren. Besonders gut hat mir gefallen für sich einmal zu überlegen, wer denn die eigenen Vorbilder für das Älterwerden unter der Berücksichtigung von „Glücksdeterminanten“ wie z.B. Dankbarkeit, Humor, Naturverbunden, Spiritualität etc.,sind. Darüber werde ich sicher auch nochmal einen Beitrag in meinem Magazin schreiben. Also ich habe das Buch gerne gelesen und ich konnte viele Impulse mitnehmen.

Alter und Glaube

Die hohe Kunst des Älterwerdens

Pater Anselm Grün

Transformation und Alter

Rastlos im Beruf, ratlos im Ruhestand

Wolfgang Schiele hat ein Buch mit dem Titel „Rastlos im Beruf, ratlos im Ruhestand – Wegweisende Impulse zur aktiven Gestaltung der dritten Lebensphase“ geschrieben. Ausgangspunkt für sein Buch waren die eigenen Erfahrungen und die Notwendigkeit sich mit 55 Jahren neu erfinden zu müssen. In diesem Podcast erzählt er davon. Doch in seinem Buch geht er für meine Begriffe noch weiter.

Er hat einen Fahrplan für den Übergang in den Ruhestand entwickelt und aufgeschrieben. Dabei wechseln sich in einem guten Verhältnis, eigene Erfahrungen, Beschreibung von theoretischen Hintergründen und konkreten Reflexionsmöglichkeiten ab und laden so gekonnt ein, sich mit dem eigenen Transformationsprozess auseinander zu setzen. Meines Wissens ist es in Deutschland das erste Buch, dass sich dem Thema in dieser Ausführlichkeit und Fundierung dem Thema widmet. Absolut empfehlenswert.

Philosophie und Alter

Der kleine Alltagsstoiker – 10 Gelassenheitsregeln fürs Lebensglück

Dr. Jörg Bernardy gelingt mit seinem Buch dreierlei. Erstens: Die Philosophie der Stoiker für dich und mich verständlich und nachvollziehbar aufzubereiten und das mit einem ganz lebenspraktischen Bezug. Also Philosophie für unseren Alltag und für unser Leben. Zweitens: In jedem Kapitel gibt es Impulse und kleine Übungen, die einladen die Stoa in konkrete Praxis für das eigene Leben umzusetzen. Gehe ich als Leser:in damit in echte Resonanz, lassen sich Reflexionen und Entwicklungen auslösen, die im Leben weiterbringen. Drittens: Am Ende jeden Kapitels gibt es unter der Überschrift „Auf einen Blick“ ein prägnante Zusammenfassung, die ich für mich gerne immer wieder zwischendurch zur Hand nehme, wenn ich stoische Praxis übe. Absolut empfehlenswert. Im Podcast „Gelassen älter werden“ spricht er über sein Buch. Im Dezember abrufbar.