Wussten Sie, dass im Jahr 2019 in Deutschland über 18 Millionen über 65-Jährige lebten. Und wussten Sie, dass wir im Durchschnitt kontinuierlich älter werden. Also werfen wir einen Blick in die Alternsforschung und in unsere längste Lebensphase. Vielleicht haben Sie als Hörer:innen nach dem Gespräch die Erkenntnis, dass die Aussichten ganz gut sind. Also können wir gelassen älter werden?

Alterskompetenz – ein Schlüsselbegriff

Dazu spreche ich heute mit Prof. Hans Werner Wahl, einer der renommiertesten Alternsforscher in Deutschland. Seine Expertise drückt sich unter anderem auch dadurch aus, dass er als bisher einziger deutscher Alternsforscher 2009 mit dem M. Powell Lawton Award der Amerikanischen Gerontologischen Gesellschaft, für seine Beiträge zur angewandten Alternsforschung ausgezeichnet wurde.

3 zentrale Themen rund um die Alterskompetenz

  • Mit Spannung und großem Interesse habe ich Ihr Buch „Die neue Psychologie des Alterns“ gelesen. Gerne möchte ich mit Ihnen besonders über 2 Kapitel sprechen. Zum einen über das 2. Kapitel „Altern beginnt im Kopf – Die Macht von Einstellungen und Erwartungen“ und zum anderen über Kapitel 5 „Sind wir unseres Alterns Schmied? – Macht und Ohnmacht gegenüber dem Älterwerden“. Starten wir mit „Altern beginnt im Kopf“:
  • Was meine Sie damit konkret? Auch unter Berücksichtigung des Spannungsbogens zwischen subjektivem Erleben und der gesellschaftlichen Altersstereotypen und deren Wirkung.
  • Sie gehen ja so weit, dass Sie sogar davon sprechen, dass es vor Ihrem gerade beschriebenen Hintergrund bestätigt ist, dass es konkrete Auswirkungen auf unser Gehirn gibt, die sich sogar lebensverlängernd bemerkbar machen können. Was empfehlen Sie Menschen in diesem Kontext, die am Beginn oder mitten in ihrer dritten Lebensphase stehen?
  • Wie empfinden Sie diesen Zusammenhang aktuell Ihren ganz persönlichen Älterwerden-Prozess?
  • Kommen wir zu Kapitel 5 „Sind wir unseres Alterns Schmied?“: Dort schreiben Sie „Können wir unser Altern selbst in die Hand nehmen? Nach allen was gesagt wurde, stehen wir heute einem vielschichtigen, in manchen Aspekten widersprüchlichen und ambivalenten Altern gegenüber.“ Was genau meinen Sie damit?
  • Und dann sprechen Sie vom flexiblen Umgang mit den Zielen im Kontext des Älterwerdens und erläutern das sogenannte SOK Modell (Selektion, Optimierung, Kompensation). Das SOK Modell ist ein ganz zentrales Modell der Alterskompetenz. Was ist damit genau gemeint und wie kann das SOK Modell beim Altern helfen?
  • Was sind die großen gesellschaftlichen Herausforderungen rund um das Älterwerden, wenn wir daran denken, dass in Deutschland aktuell ca. über 18 Millionen Menschen über 65 Jahren leben und was ist Ihre Vision einer Gesellschaft mit einer Kultur des Pro Agings?
  • Ausgehend von Ihren langjährigen Erfahrungen als Alternsforscher und als jemand der 1954 geboren ist, was glauben Sie, sind über die bisher genannten Aspekte hinaus, die Herausforderungen für jeden einzelnen Menschen, wenn es um das Älterwerden geht? Was würden Sie ermutigend empfehlen, den Prozess des Älterwerdens proaktiv zu gestalten?