Kann die Philosophie beim Altern helfen? Mein heutiger Gast – Herzlich willkommen Dr. Jörg Bernardy – würde wahrscheinlich „Ja“ sagen oder täusche ich mich da Herr Bernardy?

Sie sind Philosoph, Autor und Speaker und möchten die Philosophie für Menschen zugänglicher machen. Dies haben Sie auch mit Ihrem Buch „Der kleine Alltagsstoiker“ beabsichtigt. Darin geht es Ihnen darum, die philosophische Denkschule der Stoa alltagstauglich zu übersetzen und ganz praktisch – wie Sie es nennen – Gelassenheitsregeln fürs Lebensglück abzuleiten. Wie einige von diesen hilfreich für das Älterwerden sein können, darüber wollen wir heute sprechen.

Haben wir nicht alle den Wunsch auf ein gutes Leben? Wollen wir nicht alle ein guter Mensch sein? Und das besonders, wenn wir auf unsere vergangenen Jahre zurückschauen. Wie gelingt es der Leichtigkeit des Seins ein Stück näherzukommen? In dieser Folge finden Sie philosophische Anregungen von Dr. Jörg Bernardy in einem inspirierenden und berührenden Gespräch.

Über folgende Aspekte sprechen wir…

  • Herr Bernardy, wie sind Sie zur Philosophie gekommen und was ist philosophieren?
  • Wie kam die Idee zum dem Buch und wodurch zeichnet sich die Denkschule der Stoiker aus?
  • Wir wollen besonders über 5 Kapitel aus Ihrem Buch sprechen, da wir im Vorgespräch gedacht haben, diese könnten für Menschen in der dritten Lebensphase relevant sein: Die Magie des Augenblicks, Das Glück des Sinns, Die Kraft der Freundschaft, Die Weisheit des Pessimismus und die Leichtigkeit des Seins.
    • Beginnen wir mit der Magie des Augenblicks. Dabei beginnen Sie mit einem Zitat von Seneca: „Alles, was noch kommt, liegt im Ungewissen: Jetzt sollst du leben!“
  • Was meint Seneca damit genau, bzw. welche Schlussfolgerungen ziehen Sie daraus.
  • Welche Rolle spielen dabei unserer Erinnerungen?
  • Auf S. 89 beschreiben Sie „Auf einen Blick: den Augenblick“, vielleicht können Sie unsere Hörer:innen in Ihre Zusammenfassung mitnehmen.
  • „Das Glück des Sinns“: In diesem Kapitel geht es im Weitesten Sinn um Sinnerfüllung. Wofür steht Sinnerfüllung und weshalb ist dies für uns Menschen so zentral bedeutsam?
  • Dann stellen Sie einen Impuls zur Verfügung, verbunden mit der Frage: Können Sie die fünf wichtigsten Werte und Ziele ihrer momentanen Lebensphase aufzählen? Und was können Sie tun, um der Erfahrung von Sinnerfüllung mehr Platz in ihrem Leben zu geben? In welchen Bereichen müssten sie dafür Ihre Werte und Ziele konsequenter umsetzen?
    • Mir erscheint dies ein sehr wichtiger Impuls gerade, wenn wir mit Übergängen in unserem Leben zu tun haben. Welche Erfahrungen haben Sie damit, auch in Ihrer ganz praktischen Arbeit als Philosoph.
  • „Die Kraft der Freundschaft“ – Die Alternsforschung zeigt, wie wichtig soziale Kontakte im Alter sind, wie sehr sie zur Gesunderhaltung beitragen. Was sagen die Stoiker zu diesem Thema und welche Hinweise oder Empfehlungen geben sie?
  • „Die Weisheit des Pessimismus“, da irritiert ja schon der Titel. Das müssen Sie erklären.
  • Würden Sie dann sagen, dass es zielführend sein könnte, sich zur Vorbereitung auf das Älterwerden „ausgiebig mit möglichen Schicksalsschlägen und Hindernissen auseinanderzusetzen“?
  • „Die Leichtigkeit des Seins“ Sie zitieren gleich zu Beginn Seneca: „Es ist doch reichlich spät, erst dann mit dem Leben zu beginnen, wenn man es schon bald beenden muss! Und wie unvernünftig ist es, seine Sterblichkeit so weit zu vergessen, dass man gute Vorsätze auf das fünfzigste und sechzigste Lebensjahr verschiebt.“ Geht es also bei der Leichtigkeit des Seins um die Annäherung an die Sterblichkeit, das Ende, den Tod?
  • Wie ist die Haltung der Stoiker dazu und wie glauben Sie, könnte diese Haltung beim Älterwerden unterstützen.
  • Was sicher auch für unsere Hörer:innen interessant ist, wie wenden Sie die Philosophie ganz praktisch in Ihrem Leben an, wobei unterstützt sie Sie sozusagen, wie kann sie Menschen beim Älterwerden unterstützen?
  • Alle meine Gäste frage ich: Was würden Sie sagen, sind die gesellschaftlichen Herausforderungen rund um das Älterwerden und was ist Ihre Vision einer Gesellschaft mit einer Kultur des Pro Agings?

Zum Buch „Der kleine Alltagsstoiker“