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Tamara Dietl liest aus ihrem Buch „Die Seele bleibt Fußgänger“

Manchmal ist Weihnachten weniger Lametta und mehr „Puh, endlich kurz Luft“. Genau für diesen Moment ist unsere Weihnachtsepisode 2025 gedacht: als kleines Geschenk zum Anhören für dich.

In dieser Folge von Gelassen älter werden ist Tamara Dietl zu Gast. Und ja: Es ist eine Lesung. Tamara liest aus ihrem Buch „Die Seele bleibt Fußgänger“ – und allein dieser Satz ist schon wie ein Handlauf, wenn gerade alles wackelt. Vor der Lesung sprechen wir darüber, warum uns die Welt manchmal überfordert, obwohl wir eigentlich so viel erlebt, überstanden und gelernt haben. Und was dann hilft: nicht das nächste „Du musst nur …“, sondern ein paar innere Möglichkeiten, die wirklich tragen.

Worum es geht – in einem Satz

Wenn draußen alles schneller wird, braucht deine Seele nicht mehr Tempo, sondern mehr Stimmigkeit.

Tamara beschreibt sehr anschaulich, wie sich dieses „Zu viel“ anfühlen kann: Angst, Ohnmacht, Verwirrung, Weltschmerz – und die irritierende Erfahrung, dass selbst die eigenen bewährten Strategien plötzlich nur noch halb greifen. Daraus entsteht keine Resignation, sondern eine Frage, die eigentlich sehr mutig ist: Wie kann ich mich dieser Welt stellen, ohne mich selbst zu verlieren?

Die „Schatzkammer“: Was uns in Krisenzeiten wirklich hilft

Ein Gedanke, der in der Episode hängen bleibt, ist Tamaras Bild von der Schatzkammer. Nicht Werkzeugkoffer, nicht Selbstoptimierungs-Set, eher: ein innerer Raum, in dem Dinge liegen, die kostbar sind, weil sie dich schon einmal durch schwere Zeiten getragen haben.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Haltungen, die dich wieder aufrichten, wenn du innerlich einknickst
  • kleine Routinen, die dich zurück in den Alltag holen, ohne dich zu überfordern
  • Sätze, die nicht alles lösen, aber plötzlich etwas ordnen
  • eine innere Stimme, die nicht nur tröstet, sondern auch klar sagt: „Stopp. So machst du dich kaputt.“

Und dann kommt ein Thema, das fast ein bisschen sperrig klingt – doch im Leben unglaublich praktisch ist: Ambivalenzkompetenz und Ambiguitätstoleranz. Also die Fähigkeit, Widersprüche auszuhalten. Nicht alles sofort auflösen zu müssen. Nicht ständig zwischen „alles ist schlimm“ und „alles wird gut“ hin- und herzuschleudern, sondern das Sowohl-als-auch auszuhalten.

Die Lesung: ein Text, der mit dir mitgeht

Die Lesung selbst ist das Herzstück dieser Weihnachtsfolge. Ohne zu spoilern: Tamara nimmt dich mit in eine sehr persönliche innere Bewegung – Trauer, Erinnerung, Perspektivwechsel. Nicht im Sinne von „Jetzt ist alles gut“, sondern eher: „Ich kann damit leben. Und ich kann trotzdem weitergehen.“

Vielleicht ist das das Schönste an dieser Folge: Sie macht dir nicht vor, dass es einfache Antworten gibt. Aber sie erinnert dich daran, dass du nicht ausgeliefert bist. Dass du Handlungsspielräume hast. Und dass Hoffnung manchmal etwas viel Nüchterneres (und Stärkeres) ist, als wir denken.

Link:
Zum Buch: Die Seele bleibt Fußgänger 

Weihnachts- und Neujahrswünsche

Weihnachtslesung mit Tamara Dietl 1