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Musik hält jung und ebnet den Weg ins Alter

Musik kann ein Lebenselixier sein. Sie trägt, verwandelt, heilt – und schenkt selbst in herbstlichen Lebensjahren einen Zauber, der jenseits des Sichtbaren wirkt. Im neuen Podcast-Gespräch von „Gelassen älter werden“ spricht Bertram Kasper mit dem Konzertpianisten Andreas Lucewicz darüber, wie Musik ein Anker durchs Leben sein kann und wie sie besonders im Älterwerden eine ganz eigene Kraft entfaltet.

Musik mit der Muttermilch

Schon als Kind saugte Andreas die Musik wie selbstverständlich auf. Geboren in eine Musikerfamilie – der Vater Kantor, die Mutter Pianistin und Flötistin – schien es fast unausweichlich, dass auch in ihm früh eine tiefe Liebe zur Musik erwachte. Unterricht von den eigenen Eltern erhielt er jedoch nicht. Stattdessen wuchs er als eine Art musikalisches Wildgewächs heran – ein Autodidakt, der sich mit Leidenschaft und Hingabe selbst an das Klavier herantastete.

Ein Erweckungserlebnis mit acht Jahren

Ein Schlüsselerlebnis prägt ihn bis heute: Im Alter von acht Jahren hört Andreas zufällig eine Schallplatte mit Brahms‘ zweitem Klavierkonzert, gespielt von Sviatoslav Richter. Der Klang überwältigt ihn so sehr, dass er von diesem Moment an ein inneres Vorbild hat. Jahre später sollte er Richter tatsächlich persönlich begegnen – ein Geschenk des Schicksals, wie Andreas es beschreibt.

Musik hält jung und verwandelt den Körper

Im Gespräch schildert Andreas eindrucksvoll, wie er beim Klavierspiel seinen Körper nahezu verlässt. Schmerzen, Alterserscheinungen – all das tritt in den Hintergrund, sobald die Musik ihn ergreift. Er wird, so sagt er, „zum Medium“, lässt sich tragen von Schwingungen, die tiefer reichen als Worte. Musik ist für ihn nicht nur Kunst, sondern auch Medizin – eine seelische, eine spirituelle.

Ein Dreiklang aus Musik, Psychologie und Philosophie

Gemeinsam mit seiner Frau, der Psychologin Claudia Lutschewitz, hat Andreas das besondere Format „Sound of Music – Konzert der Erkenntnisse“ entwickelt. In ihren Konzerten verweben die beiden klassische Musik mit Impulsen aus Psychologie und Philosophie – eine Einladung, Musik nicht nur zu hören, sondern existenziell zu erfahren. Auch ihr Podcast „Töne und Temperamente“ öffnet Türen zu einem tieferen Verständnis klassischer Musik – für Kenner ebenso wie für Neugierige.

Gelassener älter werden durch Klang

Älterwerden bedeutet für Andreas heute vor allem eines: innere Reifung. Während in jungen Jahren die technische Perfektion im Vordergrund stand, entdeckt er heute die Musik „zwischen den Noten“. Werke von BachSchubert oder Brahms werden zu Seelennahrung, zu Ankern in einer Zeit des Wandels. Besonders die Musik von Bach beschreibt Andreas als Quelle der inneren Klärung – wie ein Gottesdienst, der die Seele reinigt.

Live gespielte Klavierstücke in der Podcast-Episode:

🎶 Robert SchumannKlavierstück Op. 32 „Fughette“
🎶 Sergei RachmaninoffPrélude Op. 23 Nr. 7 c-Moll Allegro

Zum Weiterlesen:

Fazit: Musik bleibt – und verwandelt

Das Gespräch mit Andreas Lucewicz zeigt: Musik begleitet uns nicht nur durch das Leben, sie vermag es auch, uns mit dem Älterwerden zu versöhnen. Sie schenkt Momente der Leichtigkeit, der Tiefe und der inneren Berührung. Vielleicht ist Musik genau deshalb ein so kostbarer Wegbegleiter – gerade dann, wenn die Jahre fortschreiten und neue Töne in unser Leben treten.

💬 Welche Musikstücke haben Sie durch schwierige oder besondere Phasen Ihres Lebens getragen?
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