Heute geht es um das Thema: Was fange ich mit den Jahren in meiner Rente an? Inzwischen sind in Deutschland über 100 Ehrenamtsagenturen unterwegs, die Familien für ihre Kinder Leihomas oder Patenomas vermitteln. Heute geht es um den Film „Enkel für Anfänger“. Eine Komödie für Best Ager, für ihre Kinder und für ihre Enkelkinder. Ein Film für 3 Generationen.

Dazu spreche ich mit Robert Löhr, er ist Schriftsteller und Autor für Film, Fernsehen und Bühne und hat das Drehbuch von „Enkel für Anfänger“ geschrieben.

Der Inhalt des Films zusammengefasst:

„Auf Nordic Walking und Senioren-Kurse an der Uni haben die Rentner Karin (Maren Kroymann), Gerhard (Heiner Lauterbach) und Philippa (Barbara Sukowa) keine Lust. Und mit Kindern und Enkeln hatten Karin und Gerhard bislang auch so gar nichts am Hut. Deshalb verhilft Philippa, die als Paten-Oma von Leonie das Leben voll auskostet, den beiden zur unverhofften Großelternschaft. Im Handumdrehen haben sie zwei „lebhafte“ Paten-Enkel zu versorgen, eine riesige Hüpfburg im Garten stehen und Lego-Steine an den Füßen kleben. Drei nicht mehr ganz blutjunge Anfänger treffen auf Familienwahnsinn für Fortgeschrittene: hyperaktive Patchwork-Geschwister, stirnrunzelnde Helikoptereltern und alleinerziehende Mütter mit ihren Tinder-Profilen inklusive…“ (zitiert aus dem Presseheft zum Film)

Best Ager – über diese Fragen spreche ich mit Robert Löhr

  • Vielleicht einmal zum Einstieg: Was tut ein Drehbuchautor eigentlich genau und wie haben Sie sich die Ideen für einen Film wie „Enkel für Anfänger“ erarbeitet – auch vor dem Hintergrund, dass Sie selbst ja nicht zu der Generation gehören, sondern noch deutlich jünger sind?
  • Der Film polarisiert ja ganz schön auch zwischen den Generationen und lebt von einem wie Sie es einmal gesagt haben: etwas „respektlosen und erdigeren Humor“. Doch Sie versuchen auch den Figuren auf den Grund zu gehen. Sie erzählen sozusagen neben der Komödie auch noch drei Lebensgeschichten von Karin, Gerhard und Philippa, die alle auch ganz persönlich und seelisch von ihrem bisherigen Leben tief geprägt sind. Lassen Sie uns einmal auf Karin genauer eingehen, von der Sie selbst sagen, sie sei die heimliche Hauptfigur. Nehmen Sie unsere Hörer:innen einfach mal mit in die Welt von Karin.
  • Was steckt für Sie als Drehbuchautor, aber vielleicht auch als Sohn hinter der Geschichte von Karin. Man könnte Sie ja als echte Emanzipationsgeschichte beschreiben, da sie sich ja am Ende einen Lebenstraum erfüllt. Was wollen Sie Menschen im Alter von Karin (68 Jahre) damit sagen?
  • Und Sie werden wie folgt zitiert: „Aber vielleicht ist es die ‚Erkenntnis‘, dass man nie aufhören sollte, an sich zu arbeiten, und dass man sich nie zufriedengeben sollte mit dem, was man hat. In vielen Pensionären steckt noch so viel Energie, dass ich appellieren möchte: Macht ein Ehrenamt! Nutzt die Jahre, die ihr noch habt, und kümmert Euch um Kinder, um die Umwelt oder um andere alte Leute!“ Ist das Ihre Erkenntnis aus dem Film, die Sie transportieren möchten?
  • Was sind Ihre 3 – 6 zentralen Hinweise bzw. Empfehlungen für Menschen im Übergang in ihre dritte Lebensphase im Kontext Ihres Drehbuches?
  • Was würden Sie sagen, sind die gesellschaftlichen Herausforderungen rund um das Älterwerden und was ist Ihre Vision einer Gesellschaft mit einer Kultur des Pro Agings – vielleicht gerade aus der Brille von jemanden der 1973 geboren ist?