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Zuerst einmal muss ich mich für die Qualität entschuldigen. Es gab leichte Störgeräusche innerhalb der Telefonverbindung. Die Angst vor dem Altwerden ist eben manchmal störanfällig.

Als Ausgleich ist ein inhaltlich wertvolles und zum Nachdenken anregendes Gespräch mit Dr. Ina Schmidt über das Thema Vergänglichkeit und Abschied entstanden. Sie finden darin viele Anregungen sich dem Thema zu nähern, es auf sich wirken zu lassen und so Impulse für einen offeneren Umgang zu finden. Frau Dr. Ina Schmidt hat darüber ein Buch mit dem Titel „Über die Vergänglichkeit. Eine Philosophie des Abschieds“. Es lädt zum Vertiefen ein.

Ich danke Frau Schmidt für ihr vertieftes Wissen, für ihre Sensibilität und für ein Gespräch, das immer wieder neue Aspekte aufzeigt, Fragen aufwirft, Denkräume eröffnet und auch eine gewisse Leichtigkeit vermittelt, mit dieser schwierigeren und komplexen Kost umzugehen. Wir wissen alle, dass mit unserer Geburt, alles was wir anfangen auch einem Ende entgegengeht. Somit sind Abschiede Bestandteil unseres Lebens.

Angst vor dem Altwerden – eine Annäherung

  • Wir würden Sie Vergänglichkeit bzw. Abschied beschreiben?
  • Wo sehen Sie Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten?
  • Und wie sehen Sie den Zusammenhang mit dem Ende des Lebens, mit dem Tod?
  • Welche Entwicklungen nimmt das Thema, wenn Menschen älter werden, gibt es so etwas wie eine Angst vor dem Altwerden?
  • Sie plädieren ja dafür, frühzeitig mit dem Thema Vergänglichkeit und Abschied in Resonanz zu gehen. Und z.B. mit Eltern oder auch mit anderen Verwandten darüber zu sprechen. Wieso empfehlen Sie dieses Vorgehen bzw. was sagen Sie besonders Menschen, die in diesem Kontext extreme Berührungsängste haben?
  • Was würden Sie Menschen empfehlen, wenn sie eher Schwierigkeiten mit dem Thema Vergänglichkeit und Abschied haben?
  • Gibt es nach Ihrer Erfahrung Unterschiede, wie eher jüngere oder eher ältere Menschen mit dem Thema umgehen.
  • Und wie geht es Abschied und Vergänglichkeit als Teil des Lebens zu akzeptieren bzw. es in das Leben zu integrieren, sich gleichsam darauf vorbereiten?
  • Inwieweit spielt bei diesem Prozess der Umgang mit der eigenen Angst vor dem Altwerden und der Vergänglichkeit eine entscheidende Rolle?
  • Je älter wir werden, desto näher rückt das Thema Abschied und Vergänglichkeit. Was würden Sie Menschen über 70 mit auf den Weg geben wollen?
  • Und vielleicht abschließend – welcher Philosoph / welche Philosophin bietet ein gutes Denkmodell für eine Gesellschaft mit einer Kultur von Altersfreundlichkeit von Pro Aging an? Und wie sieht dies konkret aus.
  • Was wünschen Sie sich ganz konkret für Ihr Älterwerden oder das Älterwerden Ihrer Eltern?

Vita von Dr Ina Schmidt:

Angst vor dem Altwerden

Geb.1973, Studium der Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg bis 1998. Ab 1999 wissenschaftliche Mitarbeit und Forschung zur Frage des Einflusses der Lebensphilosophie auf das frühe Denken Martin Heideggers. Abschluss der Promotion 2004, Gründung der denkraeume 2005. Mitglied im Ideenrat des Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt in Frankfurt, sowie der Internationalen Gesellschaft für philosophische Praxis (IGPP) und des Expertennetzwerks der Liechtenstein Academy, sowie Referentin des Netzwerks Ethik heute in Hamburg und Lehrbeauftragte der Priofessional School an der Leuphana Universität. Autorin philosophischer Sachbücher u.a. bei der Edition Körber und zweier Kinderbücher zu den “kleinen und großen Fragen an die Welt” im Carlsen Verlag. Engagement in verschiedenen Bildungsprojekten und seit 2018 Referentin im Team des Projekts der “Gedankenflieger. Philosophieren mit Kindern.” am Literaturhaus Hamburg.

Literaturhinweise zum Thema von Dr. Ina Schmidt

Cicero:
https://www.reclam.de/detail/978-3-15-000803-4/Cicero__Marcus_Tullius/Cato_maior_de_senectute___Cato_der_Aeltere_ueber_das_Alter

Odo Marquard:
https://www.reclam.shop/detail/978-3-15-020278-4/Marquard__Odo/Endlichkeitsphilosophisches