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Im heutigen Podcast spreche ich über die 4 zentralen Themen für die dritte Lebensphase der Silver Ager.

Dabei greife ich die zentralen Schlüsselqualifikationen auf, die zum Gelingen dieser Lebensphase einen wichtigen Anteil haben. Selbstverantwortung, Proaktivität, Generativität und die verbunden mit dem Thema „Spuren hinterlassen“.

Wofür will ich mich noch einsetzen – die zentrale Frage der Silver Ager?

Um die Herausforderungen der dritten Lebensphase zu bewältigen, ist es nach der schweizerischen Wissenschaftlerin Perrig-Chiello (2008, S. 142 f.) von zentraler Bedeutung für sich die Lebensinhalte, Themen und Entwicklungsaufgaben herauszuarbeiten, die im letzten Drittel meines Lebens eine Bedeutung bekommen sollen.
Dazu gehört zunächst die Auseinandersetzung mit den ursprünglichen Lebensentwürfen. Folgende Fragen – auch hinsichtlich der Antizipation der Zukunft – sollten Silver Ager in das eigene Blickfeld rücken. Dadurch wird der Prozess der Selbstauseinandersetzung der Silver Ager begünstigt:

  • Was waren meine Jugendträume?
  • Wie realistisch waren sie?  
  • Was konnte von mir realisiert werden, was eher nicht?
  • Wie soll ich meine Zukunft gestaltet?
  • Wie will ich älter werden und wie soll mein älter werden aussehen?

Neudefinition der eigenen Identität als Silver Ager und Perspektive für die dritte Lebensphase

Zu den vorgenannten Fragen gehört ebenfalls die Reflektion meiner vorhandenen Ressourcen. Was steckt als Silver Ager noch in mir? Was liegt vielleicht brach und was will ich noch entwickeln?

Selbstverantwortung, Proaktivität und Generativität

Die drei zentralen Schlüsselqualifikationen Selbstverantwortlichkeit, Proaktivität und Generativität begünstigen, inwieweit die Auseinandersetzung mit diesen Fragen gelingt und ob daraus neue Entwicklungsmöglichkeiten identifiziert und umgesetzt werden können. Die schweizerische Wissenschaftlerin Perrig-Chiello (2008) hat dies im Rahmen ihrer Forschung herausgearbeitet. Wofür stehen Selbstverantwortlichkeit, Proaktivität und Generativität im Einzelnen.

Selbstverantwortung

Menschen mit hoher Selbstverantwortlichkeit sehen sich weniger als Opfer ihre Umstände, welches auf Hilfe anderer angewiesen ist. Sie setzen stärker auf ihre eigene Kompetenz, werden lösungsorientiert aktiv und suchen die Kommunikation mit Nahestehenden. Dabei lassen sie sich nicht von negativen Gefühlen wie Wut, Trauer und Enttäuschung überwältigen, sondern betrachten Krisen und Schicksalsschläge als notwendigen und zu bewältigenden Bestandteil menschlicher Existenz, und sind in der Lage,  auch in schwierigen Zeiten auf sich zu achten und es sich selber gut gehen zu lassen. Laut zahlreiche Studien korreliert hohe Selbstverantwortlichkeit mit positiver psychischer und physischer Befindlichkeit.

Proaktivität

Unter Proaktivität versteht man vorausdenkendes, überlegtes und antizipativ orientiertes Handeln. Proaktive Menschen planen voraus, nehmen Langzeitperspektiven ein und entwickeln Strategien um Visionen zu verwirklichen. In der dritten Lebensphase sind proaktive Menschen eher in der Lage, sich anbahnende Veränderungen (Auszug der Kinder, Pflegebedürftigkeit der Eltern) zu antizipieren und sich darauf einzustellen, sowie sich auch potenzieller unvorhersehbarer Veränderungen (Verlust des Arbeitsplatzes, Trennung der Partnerschaft) bewusst zu werden und damit wichtige Bestandteile des Lebens nicht als Selbstverständlichkeit, sondern als kostbares, zu pflegendes Gut zu betrachten.

Generativität

Unter Generativität wird nach Erikson (1973) das Ausrichten des Lebensinteresses auf die nachfolgende Generation verstanden. Das Bestreben etwas zu schaffen, was die eigene Existenz überlebt, sowie auch der Wunsch, für andere Menschen von Bedeutung zu sein, hat für Personen des mittleren Lebensalters hohen sinnstiftenden Charakter. Generativität erleichtert zudem das Akzeptieren des bisherigen Lebens und gilt nach Erikson als Voraussetzung zur Erlangung einer Ich-Integrität im  höheren Alter. „Je generativer sich Menschen im mittleren Lebensalter verhalten, desto größer ist ihr Selbstbewusstsein und desto besser ist ihr physisches und psychisches Wohlbefinden“ (Perrig-Chiello 2008, S. 148).